Freitag, 22. April 2011

Cheap Glory

Turning On The Future

Schnellen, einfachen, billigen Ruhm. Den wünschen wir uns insgeheim doch alle. Der Preis, den man dafür zahlt, ist oft höher als zunächst gedacht. Doch wenn es um wirkliche Kunst geht, spielt Glanz und Glorie nur eine zweitrangige Rolle. So auch bei zwei altbekannten und äußerst talentierten britischen Musikern, die sich dieses Jahr ein für alle Mal einen der oberen Plätze auf der Liste meiner liebsten SongschreiberInnen erspielt haben. Sie ist im besten Alter, er noch blutjung. Beide sieht man oft mit Gitarre um den Hals und auch am Mirko machen sie eine gute Figur. Die Rede ist von Alex Turner und PJ Harvey. Letztere besingt auf ihrem bereits achten Studioalbum Let England Shake ihre Heimat in all ihren (blutigen Facetten). Die beiden ersten Singles daraus – "The Words That Maketh Murder" und "The Glorious Land"– sind so unverschämt großartig (und unverständlicherweise noch nicht auf Beat Control gelandet), dass ihr sie in Cheap Glory jetzt gleich beide auf einmal hört. Harvey, die sich für jedes ihrer Alben, musikalisch, lyrisch sowie optisch immer wieder neu erfindet, ist mit ihrem alternativen Folkrock dieses Mal der große Wurf zwischen künstlerischem Anspruch und Radio-Pop-Appeal gelungen.

Pop ist auch eigentlich eher nicht so die Sache des Alex Turners, der 2006 mit seiner Garagen-Rock-Kapelle, mit dem nun ja ... interessanten Namen Arctic Monkeys, der Jugend beigebracht hat, wieder auf Gitarrenriffs statt auf Beats zu tanzen. Doch das er noch zu weit mehr Talent hat, als die perfekten Indie-Hymnen zu schreiben, bewies er schon mit seinem Nebenprojekt The Last Shadow Puppets. Der von Streichern getragene Barockpoprock, den er dabei zum besten gab, hätte sich ganz hervorragend als Soundtrack für die Bond-Filme der 60er- und 70er-Jahre geeignet. Und genau bei Soundtracks macht Turner kurz vor Veröffentlichung des mittlerweile vierten Arctic Monkeys Album Suck It and See auch weiter. Für die Coming of Age-Komödie Submarine hat er fünf Songs und damit ein kleines Meisterwerk geschrieben. Die gleichermaßen traumhaften Popnummern "Stuck on the Puzzle" und "Piledriver Waltz" zieren zusammen mit den PJ Harvey-Songs Anfang und Ende des neusten Beat Control-Werks.

Und vor lauter Euphorie über diese beiden Indie-Veteranen ist auch gar nicht so viel Platz für Newcomer geblieben dieses Mal. Drei Stück sind es dieses Mal - die nächste Whatever-Step-Entdeckung, Jamie Woon, Erika M. Anderson, alias EMA, die mit "California" schon jetzt eine der größten Anti-Hymnen des Jahres geschrieben hat, und die Indie-Kapelle Pet Lions, zu deren aktueller Single "When I Grow Up" ich mir gut vorstellen kann, demnächst mal das Tanzbein zu schwingen. Zumindest Jamie Woon steht schneller Ruhm bevor und das auch ganz zurecht. Wer so verdammt gekonnt zwischen den Genres hin- und hergleitet und es schafft, mir R'n'B-esque Melodien wie im hier vertretenen "Middle" so richtig schmackhaft zu machen, besitzt wohl ein rares Talent. Aber bevor ich das Tape jetzt Track für Track durchgehe, hört ihr am besten schnell rein und entscheidet selber, was euch gefällt. Wie immer, angenehm trashig, kurzweilig und zeitgemäß.

Cheap Glory - by The Alphabet Pony / Genre: The Future

Mittwoch, 6. April 2011

Beating On A Million Drums



Auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, handelt es sich bei "Beating On A Million Drums" nicht um ein elektronisches Tape.

Trotzdem ist es tanzbar. Mitunter auch sehr tanzbar.
Außerdem bietet es Grund zur Freude. Ich freue mich darüber, dass ich zum ersten Mal einen meiner Helden auf diesem Mix featuren darf: Destroyer! Der hat ein unfassbar tolles neues Album veröffentlicht. Und hier findet sich der Titeltrack, das über 6 Minuten lange "Kaputt". Sehr zu empfehlen ist an dieser Stelle auch "Destroyer's Rubies". Eines meiner absoluten Lieblingsalben.

Darüber dürft ihr euch natürlich auch freuen. Ebenso sollte euch das tolle Video zu tUnE-yArDs Song "Bizness" in Verzücken versetzen. Hier, bitte:

tUnE-yArDs Bizness - Full Version from mimi cave on Vimeo


Und wie immer dürft ihr euch natürlich auch über einen Haufen toller neuer Musik freuen, schön verpackt im neuesten Beat Control-Werk Beating On A Million Drums

Samstag, 26. März 2011

Losing My Patience


Geduld ist bekanntlich eine Tugend. Fällt aber oft schwer. Am liebsten will man doch alles immer sofort haben. Ebenso schwer fällt es manchmal, sich zu entscheiden. Insbesondere, wenn es mal wieder so viele gute Musik gibt, die man gerne in seinem neuen Mixtape verwenden will. Aber da die Geduld mit mir selbst sich schnellen Schrittes dem Ende geneigt hat, habe ich nun ein paar harte Entscheidungen getroffen. Das Ergebnis, Losing My Patience, enthält nun einen bunten Strauß an musikalischen Leckereien - manche davon erst seit ein paar Tagen, andere dagegen schon seit Monaten stuck on repeat.

Auffällig ist, dass wieder eine Reihe von Feature-Artists mit dabei sind (wie schon bei meinem zweiten Beat Control Tape Feature Me!). So featuren The Knocks Alex Winston, Classixx haben Karl Dixon mit an Bord und die Teddybears teilen sich das Mikrofon mit – natürlich – Robyn. Und im namensgebenden Track von Shit Robot ist Hot Chip quasi gleich doppelt gefeatured –mit Alexis Taylor am Gesang und Hot Chip als Remixer. Weitere Highlights des Tapes sind das viel gepriesene The Look von Metronomy, Erlend Oye’s new Buddies Kakkmaddafakka (was lustigerweise der norwegische Begriff für Party Animals ist) sowie neues von unseren Lieblingen Noah And The Whale.

Jetzt hab ich eure Geduld aber genug auf die Folter gespannt, und wünsche euch viel Spaß mit

Losing My Patience – by Johannes D. Täufer

P.S. Das Foto stammt vom großartigen Blog fuckyouverymuch. In diese Sinne...

Freitag, 18. März 2011

The Devil Is Caucasian

La Musique Apocalyptique

Teuflische Zeiten gerade. Dabei wäre es wohl am besten so zu tun, als gäbe es den Teufel gar nicht, wie der begnadete Chillwave-Tüftler Dayve Hawk aka Memory Tapes (wahlweise auch Memory Cassette oder Weird Tapes) uns das vorschlägt. Es gibt ihn aber leider doch: den Teufel. Und zwar nicht etwa in Gestalt von „Natur"-katastrophen, misanthroper Technik und nordafrikanischen Diktatoren, sondern direkt bei uns um die Ecke. „The Devil is Caucasian" stellen die Krautrocker der Stunde trocken wie immer fest und treffen das Problem im Kern. Westlicher Kapitalismus, Hegemonialpolitik und die Ideologie des ständigen Wachstums sind der Nährboden, über dem der Teufel heute wütet und das allgegenwärtige Chaos nur dessen Auswüchse. Drum schütten wir am besten alles ins uns rein - Pillen, Koffein, einmal in der Woche Schreien. Die Jugend kennt keinen Schmerz und lässt sich auf einen Tanz mit dem Teufel ein. Aber nach dem Exzess wachen wir mit vor Schmerzen rauchenden Köpfen auf uns sehen dann hoffentlich das Licht. Das, das nie ausgeht. Auf geht's. Besenstrich für Besenstrich. Kämpfen wir gegen den Teufel in mir, den Teufel in dir. Passend dazu la musique apocalyptique.

The Devil Is Caucasian - by The Alphabet Pony / Genre: Apocalypse

Montag, 28. Februar 2011

All Signals Pop!



Alle Zeichen stehen auf Pop, oder eben All Signals Pop!

Hier auf dem neuesten Beat Control-Mix gibt es tolle Melodien und große Gesten zuhauf. Hits! Hits! Hits!

Wir haben Superstars von morgen, so wie die beiden Schwedinnen von Icona Pop, die heute schon als Nachfolgerinnen von Robyn gehandelt werden, oder die Dänin Nanna Øland Fabricius, besser bekannt als Oh Land.
Auch Alex Winston steht eine große Zukunft bevor. Ich bin sicher nicht die einzige, der ihr Song "Locomotive" einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen will.
Wer gerne auf das nächste große Ding wetten will, sollte hier wohl auf Clare Maguire setzen. Dieser Meinung ist auch die BBC, die sie auf ihrer Sound of 2011-Liste auf Platz 5 setzte.

Aber trotz allem Massenappeal heißt Pop für mich nicht automatisch Einwegware, die einem nach einer Saison in der Heavy Rotation jedes Radiosenders zum Hals raus hängt.
Einerseits zeigt sich Qualität auch darin, dass ein Künstler auch auf seinem 2. Album (so wie Lykke Li) oder sogar auf dem 7. Album (so wie die wunderbare Keren Ann) noch spannend und begeisternd sein kann.
Andererseits sind es manchmal gerade die eher versteckten Melodien, wie z.B. in der elektronischen Musik von Siriusmo, die einem nachhaltig im Ohr bleiben.

Pop kann hymnisch und fröhlich sein, so wie bei Foster The People oder Strange Talk, deren "Oooohooooo"s man am liebsten lauthals mitschreien möchte.
Genauso finden aber auch die leisen Töne Platz, z.B. die des zerbrechlichen und melancholischen "What I Thought Of You" von Holly Throsby.

Pop bietet allen Gefühlen Platz.
Und ich hoffe sehr, auch euren.

Viel Spaß also mit All Signals Pop!

Alternativ-Link auf Mediafire.

Dienstag, 22. Februar 2011

Dancing With The Devil


Mit dem Teufel zu tanzen ist natürlich gefährlich. Aber irgendwie auch aufregend. Wie alle gefährlichen Dinge auch aufregend sind. Als Teufelsmusik wurden gerade in den 60ern & 70ern Künstler "verteufelt", die die Sex, Drugs and Rock 'n' Roll Mentalität verkörperten. Der Band KISS z.B. wurde von den angeblich bibeltreuen Christen der "Spitzname" Knights In Satan's Service verpasst. Cat Stevens gehörte glaub ich auch zur Teufelsmusik, womit eigentlich alles gesagt ist. Aber vielleicht haben die Leute damals schon geahnt, das der gute Cat sich mal in Yusuf umbenennen wird.

Wie auch immer. Namensgeber für dieses Tape ist der neue Song von Wolf Gang, aber auch bei anderen Track lässt sich eine Verbindung zum teuflischen finden. Z.B. die neuen Singles von The Strokes und Breakbot, Under Cover Of Darkness und Shades Of Black. Schwarz ist ja bekanntlich die Farbe des Teufels, und Prince of Darkness einer seiner Spitznamen. Marina And The Diamonds beginnen ihre neue Single Sex, Yeah mit den teuflischen Worten: "Sex, Sex, Sex, Sex, Sex, Sex, Sex, Sex, Yeah!" und fordern uns am Ende auf to "question good and question bad". Und letztlich kann man auch in Antony Hegarty's neuester Disco Kolloboration mit den New Yorkern Riot Grrrls von MEN ein wenig Teufelhaftes entdecken, denn Antony besingt in Who Am I To Feel So Free? die Freiheit, das Freigeistertum und die Abkehr von gesellschaftlichen Normen.

Nun aber genug der teuflischen Assoziationen. Wer mehr zu dem Theme hören möchte, dem empfehle ich Die Drei ??? Folgen 21 (Die Drei ??? und der tanzende Teufel) und 81 (Die Drei ??? und die Musik des Teufels). Und natürlich

Dancing With The Devil - von Johannes. D. Teufel.

Freitag, 11. Februar 2011

Rumour Has It

Rumours. Rolling in the Deep.

Die Gerüchteküche. Ständig ist sie am Brodeln. Nichts ist mehr privat. Und im Grunde sind wir selbst schuld an der totalen Öffentlichkeit, wenn man sich einmal unsere Facebook Profile anschaut. Umso mehr freue ich mich abends mal ganz privat schöne Musik anzumachen und zu lauschen. Es ist ja nicht so, als könntet ihr auf last.fm mitlesen, was ich gerade höre. Jetzt werde ich erst mal das neue Beat Control Werk anhören. Rumour Has It … ich finde Adele ja auch ein bisschen gut in letzter Zeit, wie ihr vielleicht merken werdet. Zu recht.

Rumour Has It - by The Alphabet Pony / Genre: Gossip

Samstag, 29. Januar 2011

Tick-Tock



Zeit ist Geld, Zeit heilt alle Wunden, kommt Zeit, kommt Rat, alles zu seiner Zeit, ach du liebe Zeit, die Zeit rast, die Zeit drängt, die Zeit ist reif für ein neues Mixtape.
Tick-Tock


Bei diesem Tape habe ich einen neuen Service ausprobiert, Multiupload. Dieser bietet für den Download 6 verschiedene Filehoster zur Auswahl.
Rückmeldungen sind wie immer gern gesehen.

Dienstag, 18. Januar 2011

I Need A Dollar



Geld ist wohl des Menschen liebstes leidiges Thema. Jeder braucht es, keiner kann ohne. Es regiert angeblich die Welt und soll Freundschaften überleben.

Zum Glück gibts aber auch noch Sachen kostenlos, zum Beispiel die Mixtapes hier bei Beat Control. Dieses mal mit: I Need A Dollar, benannt nach dem gleichnamigen Stück von Aloe Blacc, dass sich natürlich auf dem Tape wiederfindet und dessen Erfolg die fiskalen Bedürfnisse von Mr. Blacc vermutlich hat stillen können. Ebenfalls mit dabei sind die musikalischen Besserverdiener Ellie Golding, Lykke Li, Yeah Yeah Yeahs und David Bowie.

Jetzt aber viel Spaß mit:
I Need A Dollar - by Johannes D. Täufer

Dienstag, 11. Januar 2011

Take Me Somewhere

In The Caribbean. Par Avion.

Manchmal hat man ja Sehnsucht. Nach irgendwas. Nichts bestimmtes. Einfach mal was anderes. Einfach mal wo anders. Wo es warm ist. Wäre doch schön, oder? Davon handelt auch das erste Beat Control Werk im reiselustigen Jahr 2011. Unsere Segelfahrt geht in die Südstaaten, nach Indien, in den Urwald und sogar auf den Mond. Selbstverständlich gibt es auch Ausflüge ins Tiefgründige, zur Stadt mit den drei Bäumen und gleich zu Beginn in die Bohème. Welch ein Spaß das wird. Alle Mann an Bord? Gleich legen wir ab!

Take Me Somewhere - by The Alphabet Pony / Genre: Sailing