Montag, 26. April 2010

death by diamonds and pearls



von luxus und überfluss erschlagen fühlen wir uns hier bei beat control zur zeit tatsächlich häufiger. es gibt so viele neue und vor allem gute musik, dass wir eigentlich am liebsten gleich mehrere tapes erstellen würden, um euch all das näher zu bringen.
doch leider müssen wir uns auf eine knapp unter 80 minuten lange mp3 beschränken.
und so gibt es immer wieder songs, die zwar sehr gut sind, aber einfach nicht mehr auf den mix gepasst haben.

diesem schicksal entronnen sind die 23 "perlen" auf death by diamonds and pearls.
eher unbeabsichtigt liegt dabei schweden im fokus. nicht weniger als 6 acts kommen aus ikea-land. darunter sind neben bereits liebgewonnenen künstlern wie dag för dag oder der einzigartigen, unnachahmlichen robyn auch absolute newcomer wie nottee. über die finden sich erstaunlich wenige informationen außer ihrem song "control", der auf der compilation "kitsune 8" vertreten war.

besondere aufmerksamkeit verdienen auch einige wirklich großartige remixe, nicht zuletzt die arbeit von clock opera, die sich "i am not a robot" von marina and the diamonds vornehmen. einen song also, der bereits vor etwa einem jahr auf der "crown jewels" ep erschien und in der neu-interpretation von starsmith bereits auf beat control zu finden war.

nun will ich aber nicht mehr allzu viel verraten, am besten hört ihr euch death by diamonds and pearls einfach selbst an.

das cover habe ich übrigens aus einem bild der fotografin marilyn minter gebastelt.

ganz zum schluss noch ein hinweis in eigener sache. ab sofort werden die tracklisten auch in der facebook-gruppe beat control gepostet und können dann dort auch diskutiert werden. schickt uns einfach eine gruppenanfrage!

Samstag, 17. April 2010

Life Is Fashion

Sometimes life's like a catwalk

Manchmal ist das Leben wie ein Laufsteg. Moden kommen und gehen, nicht nur dort, wo sie hingehören - in den Bereich der Mode - sondern so ziemlich überall. In der Politik, in Organisationen, in der Organisation von Organisationen, in Kommunikation, auf den Aktienmärkten, in der Kunst und nicht zuletzt natürlich in der Musik. Dementsprechend gibt es auf Life Is Fashion 21 and a half fabulous and fashionable new tracks to walk to on the catwalk of life! Seien sie abgebrüht und rockig, tanzbar und balearisch oder gar freudig und folkesque. And yeah, Kate's back ...

Life Is Fashion - by the Alphabet Pony / Genre: Catwalk Tunes

Sonntag, 4. April 2010

A Sunday Smile



Das neueste Tape hier auf Beat Control ist einer jahrtausendealten Tradition gewidmet, dem Sonntag. Ob er nun eine Erfindung des christlichen Gottes ist, der ja angeblich nach sechs langen, harten Tagen der Welterschaffung am siebten Tag geruht hat, oder doch eher von den alten Babylonier und Ägyptern stammt, die an diesem Tag der Sonne, bzw. dem Sonnengott gehuldigt haben: Schön, dass es ihn gibt!

Sonntage können für viele schöne Dinge genutzt werden, zu denen sich in der restlichen Woche nicht immer Zeit findet. Sei es nun ausschlafen oder spazierengehen, brunchen oder grillen, faulenzen oder aufräumen. Oder eben ein neues Tape mixen. Da ich ein paar der anderen Dinge heute auch noch „erledigen“ möchte, werde ich gar nicht mehr viel zu dem Tape schreiben.

Neben zwingenden, bereits jahre- oder gar jahrzentealten Sonntags-Songs finden sich auf diesem Mix auch sonst ein paar musikalische Juwelen fortgeschrittenen Alters wieder. Aktueller sind dagegen die Tracks u.a. von den Foals, Tokyo Police Club oder The National.


Nun aber viel Spaß mit

A Sunday Smile,

und habt noch einen schönen Sonntag.


P.S.: Die Version vom titelgebenden A Sunday Smile stammt von einer Art Wohnzimmerkonzert von Beirut, dass sie für die Reihe Soirée De Poche gegeben haben



Beirut - Sundey Smile from Valentin on Vimeo.

Montag, 29. März 2010

so alive!



nicht weiter überraschend ist dieses tape ein "frühlingstape".
jetzt, wo nach der sommerzeitumstellung und den ersten schönwetterphasen wirklich niemand mehr seine schlechte laune durch das wetter entschuldigen kann, dürstet es hoffentlich nicht nur mich nach passender musik.

die kommt dieses mal nicht nur von alten bekannten, wie empire of the sun oder she & him, sondern auch von newcomern wie fyfe dangerfield, den ich schon länger in einem mix verwenden wollte. ebenfalls noch nicht bei beat control in erscheinung getreten sind die kalifornier dum dum girls, bei denen u.a. frankie rose, ehemals mitglied der großartigen vivian girls mitspielt. dazu kommen sie auch noch im mai auf deutschlandtour!

doch auch auf so alive! finden sich nicht nur fröhliche liedchen. so bringt zum beispiel erik hassle, der schon auf the alphabet ponys instant service im duett mit ellie goulding zu hören war, ein bisschen düsterkeit in den mix. er macht zwar astreinen pop, doch in seinem song "don't bring flowers" fordert er die hörer dazu auf, ihm keine blumen ans grab zu bringen. uuuh, düster.

so weit, so gut. nun viel spaß mit so alive!


EDIT: nicht zu fassen, aber es ist schon wieder passiert: ich habe einen song in der tracklist vergessen. und dann auch noch ausgerechnet "slippin" von quadron! hier gibt es jedenfalls die neue tracklist: link.

Montag, 22. März 2010

Instant Service

Get It While It Lasts

Hier. Der Frühling. Bitte sehr. Get it while it lasts. Instantly. Viel gibt es dies mal eigentlich auch gar nicht zu sagen, außer, dass es zur Zeit wirklich viel schöne Musik gibt. Auch viele schöne neue Musik bzw. bisher wenig bekannte.

Ein Grund, dass sich zurzeit viele wundersame Künstler offenbaren, ist sicherlich das SXSW Festival in Austin, Texas (offiziell die South by Southwest Music & Media Conference). Bis einschließlich gestern wurde Austin Downtown fünf Tage lang auf den Kopf gestellt. Die eher Industrie-basierte Veranstaltung gliedert sich in die drei Bereiche Interaktiv, Film und Musik, d.h. vor allem Konzerte in ca. allen Venues (mehr als 80 Bühnen), die die Stadt zu bieten hat. Da ist dann eigentlich alles dabei. Man trifft auf große Namen im alternativen Geschäft, up and coming Berühmtheiten und ganz, ganz viele bis dato unbekannte Künstler. Wen es interessiert, wen man dort außer Spoon, Broken Social Scene, She & Him, The xx, Marina & The Diamonds, CHEW LiPS, Casiokids, Cassette Kids, jj, Local Natives etc. und ein paar Juwelen aus Instant Service … noch so verpasst hat, kann sich hier lieber selbst einen Überblick verschaffen.

Auf Deutschland bezogen kann man das Club-Festival-Format natürlich schnell mit dem Reeperbahn Festival in Verbindung bringen. Es findet dieses Jahr zum 5. und nicht wie das SXSW zum 23. Mal statt und kann natürlich noch lange nicht ein so eindrucksvolles Line-Up aufweisen. Inspiriert ist das Hamburgische Festival aber definitiv durch das texanische Vorbild.

Teil eines eindrucksvollen Line-Ups wären bestimmt auch David Byrne & Fatboy Slim gewesen, die dieser Tage ein Gemeinschafts-Doppel-Konzept-Album mit dem Titel "Here Lies Love" rausbrachten, auf der sich eine noch eindrucksvollere Liste an vorrangig weiblichen Gast-Vokalisten versammelt. Die wundervolle Róisín Murphy macht hier mit "Don’t You Agree?“ den Anfang, andere Namen will ich nicht vorwegnehmen, denn wer weiß, was da in den nächsten Posts noch so folgt … Ansonsten muss man sich bezüglich des SXSW wohl eher fragen, wer, der auf Instant Service vertretenen Künstlern, nicht dort gespielt hat. Ach ja, komisch es zu sagen, aber ein Hoch auf Texas. Und den Frühling selbstverständlich!

Instant Service – by The Alphabet Pony / Genre: Spring

Sonntag, 14. März 2010

Needs & Wants



Oft will man ja Dinge, die man gar nicht braucht. Und manchmal braucht man Dinge, die man gar nicht will. Bevor ich jetzt aber in die Tiefen der Hobby-Psychologie abtauche, schreibe ich lieber etwas über das neueste von inzwischen 47 Mixtapes, die in dem 53-wöchigen Bestehen von Beat-Control gepostet worden sind. Ein sehr guter Schnitt, wie ich finde.

Verglichen mit meinen vorherigen Tapes wird Needs & Wands mehr von einer ruhigen, getragenen Stimmung geprägt. Zum einen liegt das natürlich daran, dass beinahe die Hälfte der Songs nun einmal eher ruhig sind, wie zum Beispiel das Opener-Trio Asaf Avidan And The Mojos, Angus And Julia Stone und The Lighthouse And The Whaler. Allerdings haben auch die ebenfalls vertretenen Hits, wie ich finde, bei aller Tanztauglichkeit auch einen kleinen melancholischen Beigeschmack.

Ein wenig elektronisch wird es im Mittelteil. Grafton Primary, der „Koch“ aus I Can Disco, singt diesmal über Farben. Hey Champ remixen Priors' What You Need, das im Original bereits auf The Alphabet Ponys Take A Walk zu hören war. Ebenfalls erneut vertreten ist Goldfrapps Rocket (siehe:Instructions For Dancing), diesmal im RichardX One Zero Remix. What Kind Of Breeze Do You Blow? haben sich nach The xx's Night Time (Autumn's Breeze) und Rule My World von den Kings Of Convience (Faith And Fear) diesmal nun Delphics Doubt angenommen, dessen Original wiederum auf Arrows In The Dark zu finden ist. Gui Boratto, dem wir den tollen Remix von Massive Attack's Paradise Circus (Il Silenzio Dell'Oro) verdanken, ist auf Needs & Wands nun mit einem eigenen Stück vertreten, Azzurra.

Der angesprochene Paradise Circus wird bekanntlich von der großartigen Hope Sandoval besungen, die vor ihrer Solo-Karriere in den Neunzigern mit der Band Mazzy Star bekannt geworden ist. Das ich deren 1993er Album So Tonight That I Might See in den letzten Wochen für mich wieder entdeckt habe, und dann auch beim Stöbern im Plattenladen über die besagte Scheibe gestolpert bin, war für mich Grund genug sie mit aufs Tape zu nehmen.

Laura Marling, die auf Needs & Wands über einen Blackberry Stone singt, war dagegen vor ihrer Solo-Zeit Mitbegründerin von Noah And The Whale. Broken Bells wiederum ist das neue Projekt von James Mercer, seines Zeichen Sänger von The Shins, und Danger Mouse, den die meisten vor allem über seine Band Gnarls Barkley kennen dürfte. Der wünscherschöne Song The Mall And Misery ist nun bereits zum zweiten Mal auf einem Beat-Control Tape vertreten. Er war bereits auf The Alphabet Ponys letztem Mix, Getting High At Momma's Place, zu hören, allerdings wurde er dort aufgrund eines fehlerhaften Album-Leaks fälscherlicherweise mit October betitelt. Nun noch mal mit richtigem Namen.

Last but not least covert Paolo Nutini Wake Up von Arcade Fire, von denen wir in diesem Jahr hoffentlich auch noch einiges zu hören bekommen.


Nun aber viel Spaß mit


Needs & Wands – by Johannes D. Täufer


Samstag, 6. März 2010

i thought i had a brain



nicht nur die "dolls", von denen tahita bulmer, die sängerin des new young pony club im gleichnamigen song singt, fordern aufmerksamkeit, sondern auch die einzelnen bands und musiker, die auf i thought i had a brain (alternativer download-link) vertreten sind.

gleichzeitig rät aber auch die schwedische band jj im opener des mixes: "let got, let your mind blow all your sorrows away" (die single gibt es übrigens auf der seite ihres labels sincerely yours als legalen gratis-download!).
und das entspricht an so einem faulen samstagnachmittag dann doch eher meiner stimmung.

deshalb nur noch ein paar worte zum großartigen "spanish sahara" von den foals, einem ersten vorgeschmack ihres zweiten albums "total life forever", das am 10. mai erscheinen soll. die band zeigt sich hier ungewohnt zurückhaltend, statt mit hektischen gitarren und sehr tanzbaren rhythmen punkten sie hier mit einer hymnischen breite, die man ihnen kaum zugetraut hätte. wir dürfen also sehr auf das dazugehörige album gespannt sein!

überzeugt euch selbst, auf i thought i had a brain (alternativer download-link)

Freitag, 26. Februar 2010

Getting High At Momma's Place

Passing Out In Somebody Else's Place

Getting High At Momma's Place? Well, “Mama Taught Me Better”, schmettert uns der Black Rebel Motorcycle Club in einem Track seines brandneuen Albums entgegen. Trotzdem müsst ihr euch das jüngste Werk auf Beat Control, wie eine Nacht mit vielen Höhen und Tiefen, Aggression und Enthusiasmus vorstellen, inkl. Kontrollverlust durch bewusstseinserweiternde Substanzen. Und das alles bei Mutti im Wohnzimmer. Ursprünglich sollte es eine Art Disco Tape werden. Mit vielen schönen Beats zum ausgelassenen Wohnzimmertanz. Erstens jedoch lasen sich “Momma’s Place Is A Discotheque” oder ähnlich bizarre Reime als Titel recht unschön und zweitens machte spätestens das Über-Duo Blood Red Shoes mit seinem großartigen und glücklicherweise vollkommen unpoppigem und unelektronischem Zweitlingswerk Fire Like This diesem Unterfangen musikalisch einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Und somit entwickelte sich ein anderes kleines Motiv – Weed Disco – daraus … was Songs von Uffie und Neon Indian inhaltlich sowie andere Tracks musikalisch unterstreichen.

Nachdem man sich ein wenig den Kopf freigeraucht hat, ist man entweder so entspannt, dass einem alles egal wird oder sich noch ganz andere Dinge offenbaren, über die man sich aufregen kann. So könnte man sich bspw. BEAUFORT's (wohl rein sarkastisch aufzufassenden) Tiraden über den amerikanisch stämmigen technischen Fortschritt in “Fuck The Google“ anschließen. Was Google Inc. mit dem guten alten youtube anstellte ist auch wirklich Grund genug, auf die Barrikaden zu gehen (tja, wieso sind wir eigentlich bei blogspot?). Der ironisch-französisch anmutende Titel stammt aber keinesfalls aus Kontinentaleuropa, sondern direkt aus Sydney, einem derzeitigen Hotspot elektronischer Musik. Doch musikalische Hotspots gibt es viele. Vorne an auch die nordischen Länder jenseits des üblichen Verdächtigen Schweden, wie Norwegen und vor allem Island. Daher beehren uns zum zweiten Mal die verspielt, verträumt tanzenden Casiokids und Newcomer FM Belfast auf Beat Control. Die Bands haben sicher ein aufregendes Jahr vor sich.

Wie schon oft erwähnt, geht es uns Hörern ähnlich. Die Show muss weitergehen. So auch bei der fantastischen Roísín Murphy, ehemals Moloko-Frontfrau, die dieses Jahr nicht mit Garantie, wie es letzten Herbst noch auf einschlägigen Blogs und auch auf Beat Control hieß, ein drittes Soloalbum rausbringen wird, sondern momentan einfach Tracks produzieren, sie via Internet in die Welt entlassen und dann schauen will, was sie bewirken. Solange sie das hohe Niveau von “Orally Fixated“ und “Momma’s Place”, Namensgeber dieses Tapes, beizubehalten weiß, kann man damit mehr als gut leben. Bloß keine Langeweile, denn wie grölen sich Blood Red Shoes selbst im hymnenhaften Opener von Getting High At Momma's Place die Seele aus den zarten Leibern: “The Repetion Is Killing Us, Killing Us. We Made A Story. And It Wore Off. It Wore Off.“

Getting High At Momma's Place – by The Alphabet Pony / Genre: Weed Disco

Donnerstag, 18. Februar 2010

Il Silenzio Dell'Oro



Der Name dieses Tapes leitet sich von zwei darauf enthaltenen Stücken ab. Und zwar von Seneca's Silence vom neuen Get Well Soon Album Vexations sowie Ennio Morricones L'Estasi Dell'Oro. Letzteres stammt aus Sergio Leones Filmklassiker The Good, the Bad and the Ugly aus dem Jahre 1966, der von Quentin Tarentino als best-directed movie of all time bezeichnet worden ist. Er gehört mit A Fistful of Dollars und For A Few Dollars More zu Leones sogenannter Dollartrilogie, in denen jeweils Clint Eastwood die Hauptrolle spielt.

Nun aber weg von der Filmgeschichte hin zur musikalischen Seite von Il Silenzio Dell'Oro. Neben dem bereits angesprochenen neuen Get Well Soon Track enthält diese Tape auch Stücke von den neuen Alben von Two Door Cinema Club, Marina And The Diamonds, Shout Out Louds, Hot Chip, Massive Attack und Peter Gabriel. Mr Gabriel war ja bereits auf Martha Haris letzten Tape mit einem wunderschönen Cover des Magnetic Fields Songs A Book Of Love vertreten. Dass Peter Gabriel auf diesem Tape ebenfalls mit einer Neuinterpretation (Flume von Bon Iver) aufwartet, ist alles andere als Zufall – schließlich besteht sein neues Album ausschließlich aus Coverversionen. Neben den bereits angesprochenen Liedern finden sich u.a. Neuinterpretationen von Regina Spektor, Arcade Fire und Radiohead sowie von ein paar älteren Herrschaften (David Bowie, Lou Reed, Neil Young, Paul Simon). Auch wenn ich noch nicht in das Album reinhören konnte wird sicher einiges Hörenswertes dabei sein. Schließlich hat Peter Gabriel spätestens mit dem Cover vom Vampire Weekend Song Cape Cod Kwassa Kwassa (siehe Feature Me) bewiesen, dass er enorme Cover-Qualitäten hat.

Und ja, natürlich finden sich auf Il Silenzio Dell'Oro noch mehr Coverversionen. Aber lasst euch doch einfach überraschen. Und jetzt viel Spaß mit

Il Silenzio Dell'Oro – by Johannes D. Täufer




Donnerstag, 11. Februar 2010

instructions for dancing



dieses tape ist quasi ein thementape. es geht um liebe, tod und natürlich um's tanzen.
allerdings ist die "liebe", die hier besungen wird, keineswegs eine romantische, kitschige liebe.
das zeigt sich nicht nur im cover, das die damals 23-jährige evelyn mchale zeigt, die am 1. mai 1947 von der aussichtsplattform des empire state building in den tod sprang. das bild des fotografen robert wiles ist zu einer amerikanischen ikone geworden, u.a. hat auch andy warhol es in einem seiner drucke verwendet. eine google-suche nach "evelyn mchale" bringt erstaunlich wenig ergebnisse, die meisten kommentare neigen aber dazu, ihren tod als selbstmord aus liebeskummer zu bezeichnen. die parenthetical girls wurden von evelyns geschichte (und vermutlich auch von dem beeindruckenden foto) zu dem song mit ihrem namen inspiriert.

weitere songs auf diesem mix, die sich sehr unromantisch mit dem thema liebe beschäftigen, sind "i'll be your lover (but i can't be your baby)" von the ettes, sowie "romance is boring" von los campesinos. letztere zeigen im video zu ihrem song, wie eine frustrierte ehefrau ihren mann umbringt, und passen somit thematisch perfekt in diese zusammenstellung.

sehr direkt hängt dagegen jay reatards "it ain't gonna save me" mit dem tod zusammen, denn der musiker starb erst vor wenigen wochen mit 29 jahren an einer überdosis drogen und alkohol (so die offizielle todesursache).

gegen ende des tapes wird es dann doch noch etwas versöhnlich, denn die beiden cover-versionen "the book of love" von peter gabriel (ursprünglich von den magnetic fields) und "lotta love" von she&him (das original stammt vom großen neil young), handeln dann doch von einer eher traditionell romantischen liebe. auch wenn der text von stephen merrit natürlich nicht ganz ohne augenzwinkern auskommt. man schaue sich nur folgende strophe an:
"The book of love has music in it
In fact that's where music comes from
Some of it is just transcendental
Some of it is just really dumb"

auch wenn ich noch einige seiten mit anmerkungen füllen könnte, beende ich meinen kleinen vortrag an dieser stelle lieber und weise noch einmal auf den download-link für instructions for dancing hin.

als kleine zugabe folge ich johannes d. täufers beispiel und poste ein paar hamburger konzertdaten der beteiligten künstler:

20.02. the ettes @ knust
03.03. beach house @ molotow
09.03. yeasayer @ knust
17.03. los campesinos @ molotow
29.03. magnetic fields @ fabrik