Montag, 20. September 2010

I Got The Beat




You know I do! Singt Beth Ditto auf Vertical Rhythm, das auf dem neuesten Beat-Control Mixtape im DWNTOWN Remix vertreten ist. Insgesamt mal wieder ein sowohl Remix- als auch Beat-lastiges Tape. Quasi I Can Disco Reloaded, ebenfalls im Anschluß an meinen Mix zum Haldern Pop Festival.

Beinahe wäre es auch ein reines Electro-Tape geworden, aber dann habe ich es doch nicht übers Herz gebracht, einige unelektronische Stücke nicht zu verwenden. Zum einen zwei Coverversionen von Outkast und Bruce Springsteen, aber vor allem The Tallest Man On Earth, meinem momentanen Lieblings-Schweden. Sowohl ebenfalls aus Schweden, als auch eine unsere absoluten Lieblinge ist natürlich Robyn, die hier mit Love Kills vertreten ist. Und es gibt noch einen Bezug zu Schweden: Owen Pallet scheinen es die schwedischen Männer angetan zu haben, heisst doch seine neueste EP A Swedish Love Story. Owen konnten 2/3 der Beat-Control-Redaktion vor wenigen Wochen als Vorband vor – sowie als Violinist von – Arcade Fire genießen. Arcade Fire’s We Used To Wait For It wiederum ist hier im Tronik Youth Remix vertreten.

Wobei wir wieder beim elektronischen Teil dieses Tapes wären. Mit dabei auch die norwegischen Disco-Könige Lindstøm und Todd Terje. Der eine hat die Chemical Brothers geremixt, der andere hat eine neue, beswingte Version seines Hits Eurodans eingespielt. Dazu warten neben ein paar anderen alten Bekannten auch noch ganz große Namen sowie völlig Neues auf euch. Lasst euch überraschen.

You Got The Beat! Now you do!


Und hier noch mal der Download-Link:

Johannes D. Täufer – I Got The Beat

Donnerstag, 9. September 2010

Lonely At The Top



It sure is lonely at the top. Wer könnte das besser wissen als Robyn. Mit ihren beiden EPs "Body Talk Pt. 1" und "Body Talk Pt. 2" erntet sie nicht nur unsere unübersehbare Verehrung und uneingeschränktes Kritikerlob, sondern endlich auch kommerziellen Erfolg. Wie sie heute selbst bei Twitter vermeldete, stieg "Pt. 2" gleich 2 Tage nach Erscheinen bis auf Platz 6 der US iTunes-Charts. Tendenz steigend, würde ich hoffen. In Deutschland erscheint die EP übrigens am 10.09. Der auf diesem Mix in der Acoustic Version vertretene Track "Indestructible" wird sich dann vermutlich in einer Dancefloor-affineren Version auf "Body Talk Pt 3" wieder finden, das ebenfalls noch dieses Jahr erscheinen soll. Es ist kaum vorzustellen, wie gut, diese 3. EP werden wird. Ebenso wenig vorstellbar ist es, dass Robyns endgültiger Aufstieg in den Pop-Olymp noch lange auf sich warten lassen wird.

Dort wird sie dann vielleicht auf die Dame und die Herren von The XX treffen, die gestern Abend den renommierten Mercury Prize für das beste Britische Album des Jahres erhalten haben. Auf diesem Mix sind sie mit dem Tiga-Remix von "Shelter" vertreten.

[UPDATE: Ich habe den Mix neu gemischt und hochgeladen. Ihr dürft also wieder hemmungslos downloaden!]

Und nun viel Vergnügen mit Lonely At The Top.

Mittwoch, 25. August 2010

Out On The Shore

Lay Your Head Down In The Sand

Out On The Shore ist der Soundtrack für den ausgedehnten Strandtag, den ich diesen Sommer leider noch gar nicht verbracht habe … weshalb auch immer. Das Artwork gibt die Stimmung des neusten Beat Control Werks im Grunde schon vor: verträumt, verschwommen und nicht wirklich einzufangen. Lasst euch also nicht von Jenny and Johnny täuschen, wenn sie sich im Opener "Big Wave" die Finger an den Surfgitarren wund spielen und große Wellen beschwören. Das Tape ist relativ mannigfaltig und verfolgt - das hat es dann mit einer Welle wohl gemeinsam - keinen geradlinigen Kurs bis Jenny and Johnny (weil es so schön war) dann den letzten Akkord runterstreichen. Ein bisschen traurig war ich ja schon, dass die Sängerin meiner Lieblingsband Rilo Kiley nach einem Soloalbum jetzt wieder nicht an einem neuen Bandalbum sondern an einem Duett mit ihrem langjährigen Freund Johnathan Rice gearbeitet hat - aber das Ergebnis ist der Wahnsinn. Wirklich. Ich könnte es den ganzen Tag hören. Gäbe es nicht noch so viel andere schöne Musik, wie von den Haldern-Highlights Sophie Hunger, Stornoway, Everything Everything und Yeasayer! Oder auch von den amerikanischen Newcomern Zola Jesus und Perfume Genius. Die hatte ich zwar schon mal in einem Tape, aber ihr Talent steht noch in keinerlei Verhältnis zu ihrer Bekanntheit - deshalb mache ich gleich noch mal ein bisschen mehr Werbung. Und schlussendlich darf natürlich dieser Tage ein anderes Talent nicht fehlen: die Queen of Pop. Mit Ihren drei Body Talk Teilen dieses Jahr hat sie es endgültig auf den Thron abgesehen und ich denke Madonna wird ihn ihr auch dankbar abtreten. Denn nach "Don't Fucking Tell Me What To Do" (damals in These Times Are Killing Me ) ist die Botschaft jetzt noch ein bisschen eindeutiger, wenn Robyn zusammen mit Snoop Dogg "U should know better than to fuck with me" verkündet. Und diesen Anspruch hat sie sich redlich verdient mit Textzeilen wie "You know when in Rome I sat down with the Romans / Said we need a black pope and she better be a woman / There'll be no more celibacy / Even the Vatican knows not to fuck with me." Amen! Also, Robyn oder alternativ dieses Tape im Auto aufdrehen und ab an den Strand!

Out On The Shore - by The Alphabet Pony / Genre: Beachtunes

Montag, 9. August 2010

Haldern Pop Revisited



Wie bereits mehrfach angekündigt, gibt es nun mein Spezial-Tape zum Haldern Pop Festival. Bereits seit 2001 fahre ich an dieses kleine, beschauliche Festival am Niederrhein, nicht unweit meiner Heimatstadt. In diesem Jahr wird die komplette Beat-Control-Redaktion mit dabei sein, was sicher daran liegt, dass eine ganze Reihe von Beat-Control-Lieblingen im Lineup vertreten sind, allen voran Beirut und Beach House, die jeweils bereits acht(!) mal auf Mixtapes vertreten waren. Aber auch Künstler wie The National, Yeasayer, Delphic, Blood Red Shoes, The Tallest Man On Earth, Fanfarlo, Everthing Everything, Post War Years, Villagers, Isbells, Sophie Hunger, Rox, I Blame Coco und Laura Marling waren schon mindestens einmal bei Beat Control gefeatured. Um aber auch ein paar neue, noch nicht bei Beat Control verwendete Musik vorstellen zu können, haben es leider nicht alle der genannten Bands aufs Tape geschafft.
Am meisten freue ich mich auf den Auftritt von Beirut, die bereits im letzten Jahr hoch gehandelt wurden als möglicher Headliner. Da sie am Tag vor dem 2009er Haldern Pop Festival im benachbarten Köln ein Konzert in der dortigen Philarmonie gespielt haben, war ich fest davon ausgegangen dass sie anschließend einen Abstecher zum Niederrhein machen, allein schon um dort ihren Song „Rhineland (Heartland)“ zum besten zu geben. Das holen sie jetzt in diesem Jahr nach.
Von den eher neueren Bands freue ich mich dagegen am meisten auf The Villagers, The Tallest Man On Earth, Laura Marling und Mumford & Sons. Die beiden letzteren kennen sich bestens (siehe Video), und werden sich ja vielleicht gegenseitig auf der Bühen zum gemeinsamen Musizieren besuchen.

Nun aber viel Spaß mit Haldern Pop Revisited


Hier ein zwei Jahre alter Live-Mitschnitt von der damals erst 18-jährigen Laura Marling. Der junge Mann an der Ukulele hat in der Zwischenzeit die Band Mumford&Sons gegründet, die je quasi der Junior-Headliner des Haldern sind.

Dienstag, 3. August 2010

my sweet beginning



was gibt es großartig über dieses tape zu sagen?

vielleicht, dass die grundstimmung sehr sommerlich ist? songs wie "young blood" der jungen neuseeländer the naked and famous oder auch das direkt darauf folgende "make it better" von the knocks sind nicht nur unverschämt positiv und fast schon hysterisch in ihrer fröhlichkeit, sondern sie bleiben auch noch tagelang im ohr hängen.
ein explizites sommer-thementape ist "my sweet beginning" trotzdem nicht geworden. dafür gibt es auch hier noch genügend melancholische noten, unter anderem bei der derzeitigen queen of f*ucking everything, robyn. die ist in diesem jahr ja schon öfters in unseren mixen aufgetaucht. "hang with me" schlägt eine brücke zwischen ihrer ersten und 2. ep in diesem jahr, body talk pt. 1, bzw. pt. 2; letzteres wird anfang september erscheinen. und auch der dritte teil soll noch in 2010 folgen. dazu gibt es eine tour inklusive auftritt auf dem berlin festival.

und damit wären wir bei einem weiteren aspekt dieses tapes, den festivals. wie the alphabet pony ja schon im letzten post zu "modern sprawl" verraten hat, war die gesamte beat control-redaktion auf dem großartigen melt!-festival. dort trafen wir unter anderem auf two door cinema club oder auch den fantastischen darwin deez, der live ein echtes erlebnis ist.
doch damit ist unser festival-sommer noch lange nicht vorbei, denn es steht schon das nächste highlight vor der tür: das haldern pop festival. und wie bereits im letzten jahr wird johannes d. täufer denjenigen unter euch, die das glück haben, ein ticket zu besitzen, die vorfreude steigern, mit seinem haldern-thementape in der nächsten woche. und auch diese woche sind schon 2 acts dabei, die auf diesem festival spielen werden, nämlich everything everything und yeasayer, die beide aus früheren tapes bekannt sein dürften und hier jeweils in remixter form vertreten sind.

das gleiche gilt auch für "love get out of my way" von monarchy, das im original nicht nur auf dem bereits angesprochenen "modern sprawl", sondern auch vor über einem jahr auf "luck be a lady" zu finden war. im letzten jahr nannte sich die band allerdings noch milke. aus dieser zeit stammt auch der remix von designer drugs, der hier zu hören ist.

doch nun genug der worte, viel spaß mit "my sweet beginning"!

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UPDATE: falls ihr auch probleme mit mediafire habt, versucht es mal mit diesem link bei zshare.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Modern Sprawl

Urban Life's Got Style

Hach ja, das moderne Leben gestresster Großstadtmenschen … Man wird es trotz Umsiedlung in idyllische Seeblickkleinstädte nicht los, das könnt ihr mir glauben. Doch zwischen all den schon längst überfälligen Deadlines, Nachtschichten mit Koffeintabletten und Tiefkühlpizzen und Bahn-, Bus- und Flugreisen quer durch die Republik bleibt stets Zeit für gute Musik. Um einige der Songs, die mir in den letzten Wochen Schwung ins Tanzbein, andächtige Minuten oder einfach nur ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben, mit euch zu teilen, veröffentliche ich hier noch schnell Modern Sprawl, während ich eigentlich schon längst in einer anderen Stadt sein sollte.

Der zeitliche Abstand zum letzten Tape ist dieses Mal ein wenig größer ausgefallen - Beat Control war in der Sommerpause (und hat sich u.a. auf dem Melt! vergnügt). Aber jetzt sind wir zurück und die Shortlist für das neuste Werk war bis zum Rand hin voll. Zu viel Schönes, Gutes und Wahres fliegt diesen Sommer an Musik durch die Luft. Einiges davon könnt ihr euch ja gleich mal anhören. Meine persönlichen Highlights sind dabei, (wenn auch nur durch ein Cover) etwas Neues von meinen Helden The Kills zu hören (und ich meine, Hey, Velvet Underground, ja!), mich nach ideologischer Abwehrhaltung und wochenlangem Wehren doch noch vom "Converse-Song" All Summer einnehmen zu lassen (komplett das letzte Wochenende im Minutentakt angestimmt) und natürlich dank Internet-Leak endlich in den Genuss der neuen Arcade Fire Platte zu kommen. Welch eine Offenbarung. Ich habe es ja schon beim letzten Mal gesagt: We Used To Wait For It. Weil es so schön ist, haben es auch zwei Titel, beide namensgebend, auf dieses Tape geschafft. Viel Spaß damit, you modern men (and women).

Modern Sprawl - by The Alphabet Pony / Genre: Urban Life

Sonntag, 4. Juli 2010

The Times They Are A Changin'



Hier ist es nun: Das erste Beat-Control Mixtape aus Berlin. Die meisten der Lieder haben sich nun schon eine ganze Weile in meinem Gehörgang festgesetzt. Aber weil meine beiden letzten Mixe Themen-Tapes waren, habe ich sie erst jetzt auch endlich mal verwenden können.

Dass dieses Tape nun keinem bestimmten Thema gewidmet ist, merkt man allein schon daran, dass sich hauptsächlich alte Bekannte darauf wieder finden. Von "Change" also keine Spur. Trotzdem gibts auf dem Tape ein paar Bands, die bisher noch nicht bei Beat-Control vertreten waren: The Isbells, The Cinematics, Hurts, Magic Bullets, Shy Child und The Roots. Letztere zählen aber nicht wirklich, zum einem weil sie natürlich keinesfalls eine Neuentdeckung sind, und zum anderen weil niemand geringeres als Joanna Newsom auf dem Stück mitsingt. Und die kennen wir natürlich alle.

Nachdem meine letzten Tapes auch alle etwas unelektronisch waren, und es bereits Rückmeldungen gab dass sich dies mal wieder ändern soll, befindet sich auf The Times They Are A-Changin' nun ein kleiner halbstündiger Elektro-Pop Exkurs. Die ganz und gar nicht elektronischen, sondern eher an Bon Iver erinnerden The Isbells spielen auf dem diesjährigen Haldern Pop Festival und werden daher auch auf meinem nächsten Mix-Tape zu finden sein, dass sich wieder rund um das kleine Festival am Niederrhein drehen wird.

Nun aber viel Spaß mit: The Times They Are A-Changin'

Samstag, 26. Juni 2010

Got A Grrrlcrush




Von Sopran bis Alt reichen die Stimmlagen von Frauenstimmen und genau dieses Spektrum wird auf Got A Grrrlcush abgedeckt. Denn - ihr habt es vermutlich schon erraten - es handelt sich hier um ein Thementape voller Frauenstimmen.
Dass gerade ich mit einem solchen Mix ankomme, dürfte wohl niemanden überraschen, der auch nur ab und zu mal in eins meiner Werke reingehört hat. Auch wenn Frauenstimmen im "klassischen Indie" eher unterrepräsentiert sind, finden sie sich doch überdurchschnittlich häufig auf meinen Tapes. Sicher gibt es auch sehr viele interessante und ungewöhnliche Männerstimmen, doch mein Steckenpferd sind eben ihre weiblichen Counterparts.

Dabei gibt es zwischen Sopran und Alt nicht nur unzählige Abstufungen in der Stimmlage, auch die Arten, wie Frauen ihre Stimmen einsetzen, sind sehr vielfältig. Da gibt es einerseits Sängerinnen, die auf den kommerziellen Markt zielen, hier z.B. durch I Blame Coco und The Good Natured vertreten. Ihre Stimmen sind angenehm, relativ glatt und beinahe schon süßlich zu nennen. Daneben gibt es aber auch Sängerinnen wie Marina And The Diamonds, die ja ebenfalls durchaus erfolgreich ist, deren Stimme sich aber zuweilen fast überschlägt und beinahe schrill klingt.
Eine der ersten, die dies umfassend ausgelotet hat, war die großartige Kate Bush, die dieses Tape mit ihrem grandiosen "This Woman's Work" beschließt.

Ich könnte mich jetzt noch seitenlang weiter über dieses Tape und die darauf vertretenen Künstlerinnen auslassen und z.B. über aktuelle Strömungen wie "Dream Pop" (
Dum Dum Girls, Blue Hawaii, Tennis) schreiben. Oder über die erstaunlich große Zahl talentierter junger britischer Künstlerinnen (I Blame Coco, The Good Natured, Cocknbullkid). Oder über die schon seit Jahren großartigen Robyn und Sia. Oder über Grace Potter And the Nocturnals und Lissie, die sich auf den klassischen Rock der 70er beziehen (wobei erstere auf ihrem Album auch deutliche Soul-Anklänge bietet, womit sie wiederum in eine Gruppe mit Kelis und Cocknbullkid und möglicherweise auch MNDR gesteckt werden könnte). Doch wenn ich dies wirklich täte, hättet ihr möglicherweise am Ende gar keine Lust mehr, euch Got A Grrrlcush einfach nur anzuhören. Und das ist ja schließlich der tiefere Sinn dieser Übung. In diesem Sinne, viel Spaß mit dem Tape, vielleicht findet ihr darauf ja euren ganz persönlichen "Grrrlcrush".

Freitag, 18. Juni 2010

We Used To Wait For It

Patience's a Virtue

So, meine Damen und Herren. Jungs und Mädels. Und auch alle, die sich dazwischen zuhause fühlen. Es gibt wieder ein bisschen Musik. Man kann dazu eine Menge sagen, aber vor allem sollten wir erst mal eins festhalten: Arcade Fire sind zurück. Und wie sie das sind. Vier neue Tracks gibt es bereits und ich höre sie rauf und runter. Die Freudentränen sie laufen in Stömen. So groß, so schön, so voller Liebe ist es. Diese Gefühle will ich niemandem vorenthalten. Mit Arcade Fire geht es los. Um die Band wirklich zu würdigen, hätten sich eigentlich alle neuen Songs auf diesem Tape wiederfinden müssen, aber wir wollen es ja nicht gleich übertreiben. Es musste letztendlich “We Used To Wait”, Namensgeber dieses Tapes, sein und zwar sofort. Es gab die Woche den Song erst als Radio-Rip, dass heißt, ihr könnt euch auf knisternde Radiowellen im Hintergrund freuen.

Selbstverständlich ist das Tape auch sonst voller musikalischer Highlights, die eigentlich niemandem in irgendwas nach stehen — außer Arcade Fire eben. Janelle Monáe wird dieses Jahr die Welt und vor allem den Pop regieren, wie wir schon in Starting A Riot! hören konnten. Die Kanadier von Born Ruffians und Tokyo Police Club machen es uns diesen Sommer so was von schwer, wen von ihnen beiden wir nun lieber haben sollen bei so großartigen Alben wie Say It und Champ. Ach ja, die Scissor Sisters haben auch ein neues Album gemacht. Das Artwork ist wirklich großartig, bei der Musik verpasst man aber eher nicht so viel. Es sei denn sie lassen Monsieur Siriusmo aus Berlin ran, der ein kleines verschmitztes Remixmonster aus der Single “Invisible Light” zaubert.

Mein absoluter Summer Jam ist übrigens “Pumped Up Kicks” von der Band mit dem großartigen Namen — Foster The People. Stellt euch das mal so ungefähr wie “Young Folks“ vor. Nur in besser. Wenn wir schon die passende Musik dazu haben, dann kann er ja auch kommen. Der Sommer. Und groß wird er! Das Wetter, die Festivals, die Musik … hach …

We Used To Wait For It - by The Alphabet Pony / Genre: Patience

Dienstag, 1. Juni 2010

Undercover



Ein Freundin bat mich neulich, mal wieder ein reines Cover-Tape zu machen, und natürlich war es nicht schwer mich von der Idee zu überzeugen. Schließlich bin ich, das dürfte allen klar sein, ein großer Fan von Coverversionen. Bei einem groben Blick auf die Tracklisten aller Beat-Control Mixtapes habe ich allein schon 79 Neuinterpretationen gezählt, und 67 davon befanden sich auf meinen Tapes. (Die meisten natürlich auf meinem ersten Cover-Tape: Cover Me!) Bestimmt habe ich sogar noch welche übersehen. Nun kommen dank des neuesten Mixtapes noch 23 weitere hinzu!
Die besten Coverversionen sind meiner Meinung nach die, die einen Song in ein anderes Licht rücken. Die z.B. eine poppige Nummer folkig einspielen, oder umgekehrt, und dadurch ein Lied von einer anderen Seite zeigen. Besonders gut funktioniert dies, wenn von vornherein eine gewisse Diskrepanz zwischen dem Cover- und Original-Interpreten herrscht. Wenn zum Beispiel der vollbärtige Folk-Newcomer William Fitzsimmons fröhlich-ironisch „I kissed a girl and I liked it“ trällert, oder wenn Ryan Adams nur mit seiner Akustikgitarre bewaffnet verschmitzt ins Mikrofon „like a virgin, touched for the very first time“ haucht. Und dann auch noch: “gonna give you all my love, boy!“. Wenn dagegen La Roux von Kelis gecovert wird, ist die Diskrepanz schon geringer. Nichtsdestotrotz kann das Ergebnis, wie in diesem Fall, sehr überzeugend sein.
Auf Undercover herrscht eindeutig ein 80er-Überschuss: 11 der 23 Lieder haben ihre Wurzeln in diesem Jahrzehnt. Nur vier dagegen sind halbwegs aktueller Natur und stammen im Original von Künstlern wie Justin Timberlake oder den Cold War Kids sowie die bereits erwähnten Interpretationen von La Roux und Katy Perry. 3 der Coverversionen sind auch schon etwas älter. Janis Joplins Piece Of My Heart und Nina Simones Feeling Good sind dabei gleichzeitig auch wohl die bekanntesten Versionen dieser Stücke, bei denen sogar kaum jemand das Original kennen wird. Bei Feeling Good dürfte das daran liegen, dass das Stück ursprünglich aus dem Musical „Roar of the Greasepaint – The Smell of the Crowd“ aus dem Jahre 1965 stammt und Simone bereits im gleichen Jahr ihre Version rausgebracht hat. Ebenfalls aus einem Musical stammt Wig In A Box, hier von der 24-köpfigen, texanischen Band The Polyphonic Spree besungen, und zwar aus John Mitchell Camerons „Hedwig And The Angry Inch“. You're The One That I Want stammt natürlich vom Soundtrack von "Grease", allerdings wurde es extra für die Filmversion mit John Travolta & Olivia Newton-John geschrieben und war noch nicht in der Musical-Version zu hören.
Last but not least handelt es sich bei Nirvanas Cover von The Man Who Sold The World natürlich auch um ein Stück Liedkunst der älteren Art, das auf dem Album MTV Unplugged In New York zu finden ist. Aber: Es wurde gar nicht 100% unplugged gespielt, vielmehr war Kurt Cobains Akkustikgitarre sowohl an einen Verstärker als auch an Effektgeräte angeschlossen und diese sorgfältig versteckt. Auf The Man Who Sold The World kann man das auch sehr gut hören. Das Album zeichnet sich dadurch aus, dass die Setlist im Gegensatz zu allen anderen MTV-Unplugged Sessions fast ausschließlich aus Coverversionen und unbekannteren Nirvana Songs bestand. Hier hätten genauso gut auch die großartigen Interpretationen von Lake Of Fire> oder Where Did You Sleep Last Night? vertreten sein können. Nach Where Did You Sleep Last Night?, das der letzte Song des Auftritts war, waren die MTV-Produzenten - obwohl ursprünglich verärgert über den Mangel an "Hits" - so begeistert, dass sie unbedingt noch eine Zugabe aufnehmen wollten. Doch die Band weigerte sich, weil Cobain der Meinung war, dass er die Qualität des just performten Songs niemals würde toppen können. Der Rest ist Geschichte.


Jetzt aber genug der Rede, und viel Spaß mit

Undercover– by Johannes D. Täufer
Foto: kallejipp / photocase.com